Kurzreferenz für die tägliche Arbeit. Leitsystem ist NVDA; wo JAWS abweicht, steht es in einer eigenen Spalte oder als Hinweis dabei. Ausführliche Erklärungen stehen in der Benutzungsanleitung.
| Punkt | Empfehlung |
|---|---|
| Browser mit NVDA | Google Chrome. In Microsoft Edge bleiben Formeln stumm – ein bekanntes Problem zwischen Edge und NVDA, das board nicht beheben kann. |
| Browser mit JAWS | Firefox oder Chrome. |
| Formeln erkunden mit NVDA | Für das schrittweise Navigieren in Formeln (Abschnitt 8) wird die NVDA-Erweiterung MathCAT benötigt. Ohne sie werden Formeln zwar vorgelesen, lassen sich aber nicht Ebene für Ebene durchgehen. |
| Formelsprache NVDA | NVDA-Menü → Einstellungen → Mathe → Sprache auf Deutsch stellen, sonst werden Formeln englisch vorgelesen. |
| Mathe-Braille | Ebenfalls unter NVDA-Einstellungen → Mathe wählbar. |
Fast alle Stolpersteine haben dieselbe Ursache: der falsche Modus. NVDA und JAWS nennen ihre beiden Modi unterschiedlich; diese Referenz nutzt dafür durchgehend die Kurzform Lesemodus und Schreibmodus – die Tabelle zeigt, wie die jeweils dazugehören.
| NVDA | JAWS | |
|---|---|---|
| Lesemodus heißt hier | Lesemodus | Virtueller Cursor |
| Schreibmodus heißt hier | Interaktionsmodus (in älteren NVDA-Versionen: Fokusmodus) | Formularmodus |
| Umschalten | NVDA + Leertaste | JAWS + Z |
Praxisbeispiel – vom Tippen zur Schaltfläche und zurück:
| Ziel | NVDA | JAWS |
|---|---|---|
| Nächste Überschrift | H | H |
| Nächster Bereich (Landmark) | D | R |
| Nächste Schaltfläche | B | B |
| Nächster Link | K | U (noch nicht besucht) bzw. V (besucht) |
| Nächstes Eingabefeld (Textfeld) | E | E |
| Nächstes Formularfeld (beliebiger Art) | F | F |
| Nächste Liste | L | L |
| Nächste Tabelle | T | T |
| Vorherige Tabelle | Umschalt + T | Umschalt + T |
| Elementliste (alles auf einen Blick) | NVDA + F7 | Einfg + F3 |
Mit Umschalt davor geht es jeweils rückwärts zum vorherigen Element dieser Art.
Zwei Stellen, an denen sich die beiden Screenreader unterscheiden:
Bist du mit T in einer Tabelle gelandet, bewegst du dich mit Strg + Alt + Pfeiltasten darin. Beim Wechsel liest der Screenreader normalerweise die zugehörige Zeilen- bzw. Spaltenüberschrift mit vor.
| Ziel | NVDA | JAWS |
|---|---|---|
| Eine Zelle nach rechts | Strg + Alt + Pfeil rechts | Strg + Alt + Pfeil rechts |
| Eine Zelle nach links | Strg + Alt + Pfeil links | Strg + Alt + Pfeil links |
| Eine Zeile nach unten | Strg + Alt + Pfeil runter | Strg + Alt + Pfeil runter |
| Eine Zeile nach oben | Strg + Alt + Pfeil hoch | Strg + Alt + Pfeil hoch |
| Erste Spalte der Zeile | Strg + Alt + Pos1 | Strg + Alt + Pos1 |
| Letzte Spalte der Zeile | Strg + Alt + Ende | Strg + Alt + Ende |
| Erste Zeile der Spalte | Strg + Alt + Bild auf | Strg + Alt + Bild auf |
| Letzte Zeile der Spalte | Strg + Alt + Bild ab | Strg + Alt + Bild ab |
Das funktioniert nur, wenn der Screenreader den Inhalt als echte Tabelle erkennt – die Tabellen in dieser Referenz und in der Benutzungsanleitung erfüllen das.
Die Sprungmarken sind die ersten Tab-Stopps der Seite – der schnellste Einstieg:
Zur Eingabe · Zur Vorschau · Zur Board-Verbindung · Zum aktuellen Board (Lehrkraft) · Zur Teilnehmerliste (Lehrkraft) · Zur Boardliste · Zur Boardverwaltung
Die wichtigsten Bereiche, alle mit D bzw. R erreichbar:
| Bereich | Inhalt |
|---|---|
| Eingabe | das Textfeld, in das du schreibst |
| Eingabe-Vorschau für Screenreader | derselbe Text, aber zeilenweise lesbar (siehe Abschnitt 6) |
| Vorschau | das gerenderte Ergebnis mit Überschriften und Formeln |
| Board-Verbindung | Lehrerkürzel, Boardname, Verbinden |
| Aktuell verbunden | Teilnehmerliste, nur für die Lehrkraft |
| Kürzel | Wirkung |
|---|---|
| Alt + I | in die Eingabe springen (siehe Abschnitt 7) |
| Alt + O | in die Vorschau springen |
| Alt + Umschalt + B | aktuelle Zeile berechnen, Ergebnis wird darunter eingefügt |
| Strg + Umschalt + B | alles neu berechnen (Sicherheitsabfrage: „Abbrechen" / „Neu berechnen") |
| Alt + Umschalt + H | Hilfe anfordern (KI-Tipp) |
| Alt + Umschalt + W | zwischen persönlichem und gemeinsamem Board wechseln |
| Alt + Umschalt + F | Formel bearbeiten öffnen (siehe Abschnitt 8) |
| Alt + Umschalt + A | Ausgabe in eigenem Tab öffnen – reine HTML-Seite mit echten Überschriften und MathML, ideal zum Durchblättern mit Schnellnavigationstasten |
| Strg + Leertaste (innerhalb einer Formel) | Vorschlagsliste für Board-/LaTeX-Schreibweisen öffnen (siehe Abschnitt 8) |
| Esc | offenen Dialog schließen |
Ein Textfeld ist im Lesemodus ein einziger Block – Zeile für Zeile lesen geht dort nicht.
Deshalb gibt es direkt hinter der Eingabe den Bereich „Eingabe-Vorschau für Screenreader". Er ist unsichtbar, aber für Screenreader und Braillezeile voll da: jede Quelltextzeile steht als eigener Absatz.
So kommst du hin: Lesemodus einschalten, dann mit D (JAWS: R) bis zum Bereich „Eingabe-Vorschau für Screenreader" – dort mit den Pfeiltasten Zeile für Zeile lesen.
Zum Schreiben dagegen bleibst du im Textfeld selbst. Dort arbeitest du im Schreibmodus ganz normal mit den Pfeiltasten; die Braillezeile zeigt die aktuelle Zeile an.
Der wichtigste Handgriff beim Überarbeiten längerer Dokumente:
Das Sprungziel gilt 15 Sekunden. Danach springt Alt + I wieder nur allgemein in die Eingabe, ohne die Zeile zu wechseln.
Formeln stehen in der Vorschau als MathML, nicht als Bild. Jede Formel ist anfokussierbar und wird strukturiert vorgelesen – also „Bruch, Zähler a plus b, Nenner c plus d" statt einer Zeichenkette.
| Schritt | NVDA (mit MathCAT) | JAWS |
|---|---|---|
| Formel öffnen | Enter auf der Formel | Enter auf der Formel (öffnet den MathViewer) |
| gleiche Ebene | Pfeil links / rechts | Pfeil links / rechts |
| eine Ebene hinein | Pfeil runter | Pfeil runter |
| eine Ebene heraus | Pfeil hoch | Pfeil hoch |
| schließen | Esc | Esc |
Braille-Fallback: Liefert die Mathe-Brailleausgabe einmal nicht das, was du brauchst, lies die Formel in der Eingabe – dort steht sie in der linearen board-Schreibweise, also als durchgehender Text, den die Braillezeile ohne Umweg darstellt. Der schnellste Weg dorthin ist Alt + I, zum zeilenweisen Lesen der Bereich aus Abschnitt 6.
In der Lehrer-Ansicht gibt es dafür zusätzlich den ausklappbaren Bereich „Technik: LaTeX und MathML" unten in der Vorschauspalte mit LaTeX- und MathML-Quelltext. In der Schüler-Ansicht ist dieser Bereich ausgeblendet.
Formel bearbeiten: Alt + Umschalt + F (oder die Schaltfläche „Formel" unter der Eingabe) öffnet ein kleines Arbeitsfenster – Formel-Eingabefeld und Live-Vorschau nebeneinander, darunter drei Schaltflächen (Schritt speichern, Übernehmen, Abbrechen). Tab wechselt der Reihe nach durch Eingabefeld, Vorschau und die drei Schaltflächen. Steht der Cursor gerade in einer bestehenden Formel oder in einer Zeile innerhalb eines Rechenblocks, wird deren Inhalt zum Bearbeiten vorausgefüllt. Strg + Enter (bzw. „Übernehmen") übernimmt die Formel an der Cursorposition und schließt das Fenster. Einfaches Enter übernimmt hier bewusst nicht – so bleibt eine fokussierte Formel in der Vorschau weiterhin mit Enter begehbar (siehe Tabelle oben), auch innerhalb dieses Fensters. Esc schließt nur, wenn das Eingabefeld fokussiert ist – auf der Vorschau bleibt Esc bewusst MathCAT überlassen (verlässt dort nur dessen Struktur-Navigation), damit ein Esc-Doppeldruck aus Gewohnheit nicht versehentlich die gerade komponierte Formel verwirft. Zum Schließen von der Vorschau aus erst mit Tab zurück ins Eingabefeld.
Vorschlagsliste: Strg + Leertaste öffnet eine Liste mit passenden Board- und LaTeX-Schreibweisen zum gerade getippten Wortanfang – ausschließlich auf diesen Tastendruck hin, kein automatisches Öffnen beim Tippen (würde den Screenreader sonst ständig unterbrechen). Pfeil hoch/runter bewegt die Auswahl, Enter oder Tab übernimmt den markierten Vorschlag als Board-Syntax, Esc schließt nur die Liste (das Formel-Fenster bleibt offen). Eine Statuszeile sagt an, wie viele Vorschläge gefunden wurden. Dieselbe Vorschlagsliste steht auch in der Haupteingabe zur Verfügung, dort aber nur innerhalb einer bereits bestehenden Formel – außerhalb sagt eine Statuszeile „Vervollständigung nur innerhalb von Formeln verfügbar".
Schrittweise Termumformung: Shift + Strg + Enter (bzw. die Schaltfläche „Schritt speichern") legt den aktuellen Formelinhalt als Zeile in einem zusammenhängenden Rechenblock ab, ohne das Fenster zu schließen. Das Eingabefeld wird dabei nicht geleert – die zuletzt gespeicherte Zeile lässt sich direkt zum nächsten Rechenschritt weiterbearbeiten, statt sie neu zu tippen. Erst der letzte Schritt wird mit Strg + Enter („Übernehmen") abgeschlossen.
Minimalbeispiel – Ableitung von f(x) = (x²+3)/(x+2) per Quotientenregel:
Im Dokument steht danach ein einzelner zusammenhängender Rechenblock mit allen vier Zeilen hintereinander.
Weitere Kürzel im Formelfenster: Alt + I springt direkt ins Eingabefeld, Alt + O direkt in die Vorschau, Alt + P kopiert den aktuellen Formeltext in die Zwischenablage. Strg + I (bzw. das „×" neben dem Eingabefeld) leert nur das Eingabefeld, ohne das Fenster zu schließen.
| Was | Verhalten |
|---|---|
| Statuszeile | höflich angesagt – Verbindung hergestellt, Export fertig, Zeile berechnet, Anzahl der Formeln |
| Fehler und Hinweise | sofort angesagt, auch mitten im Lesen; die Texte stehen unsichtbar im Dokument und sind nicht nachlesbar – also beim ersten Hören mitnehmen |
Als Schüler:in: Ohne Schreibrecht ist die Eingabe schreibgeschützt, die Statuszeile sagt dann „schreibgeschützt". Erteilt oder entzieht die Lehrkraft das Recht, setzt board den Fokus im Eingabefeld kurz neu – die Cursorposition bleibt erhalten. Das ist Absicht: nur so bekommen JAWS und NVDA den Wechsel zwischen schreibgeschützt und beschreibbar mit. Hängt der Screenreader trotzdem im falschen Modus, hilft NVDA + Leertaste bzw. JAWS + Z.
Als Lehrkraft:
Mitlesen während die Lehrkraft schreibt: Wer mit Alt + I in der Eingabe steht, während die Lehrkraft (oder ein:e Mitschüler:in mit Schreibrecht) tippt, bekommt die Änderungen laufend, aber lautlos in den Text nachgezogen – gebündelt spätestens nach drei Sekunden. Der eigene Cursor wandert dabei nicht mit, es wird nichts vorgelesen; mit den Pfeiltasten liest man den aktuellen Stand jederzeit selbst.
Die Schaltfläche „Fokus" ist ein Umschalter („Kopplung"). Solange sie aktiv ist (wird als „gedrückt" angesagt, Beschriftung „Kopplung aktiv"), werden alle Verbundenen auf die Zeile der letzten Eingabe gezogen – Cursor und Fokus wandern mit, der Screenreader sagt die neue Zeile an. So bleiben alle an derselben Stelle, während die Lehrkraft dazu spricht. Bei jedem Zeilenwechsel der schreibenden Person zieht die Kopplung nach, innerhalb einer Zeile bleibt es still. Hat ein:e Schüler:in Schreibrecht, folgt die Kopplung deren Zeile.
Die Kopplung endet automatisch, sobald die Eingabe den Fokus verliert, mit Esc oder erneutem Druck auf „Fokus". Danach sind alle wieder frei und navigieren eigenständig; der Text läuft weiterhin lautlos mit.
„Barrierefrei" ist keine Eigenschaft, die ein Format als Ganzes hat – die Ebenen unterscheiden sich. Was die vier Exportwege bei Mathematik tatsächlich leisten:
| Ebene | HTML | Word (.docx) | E-Buch (.docx) | |
|---|---|---|---|---|
| Visuell korrekt dargestellt | ja | ja | linear als Quelltext | ja |
| Per Sprache vorlesbar | ja, über MathML | als linearer Quelltext | als linearer Quelltext | nur als Textzeile |
| Strukturell navigierbar (Formel Ebene für Ebene) | ja, mit MathCAT | nein | nein | nein |
| Auf der Braillezeile vollständig | ja, über MathCAT | als linearer Quelltext | als linearer Quelltext | nicht zuverlässig |
| Zusätzliche lineare Fassung eingebettet | ja (siehe unten) | ist selbst die lineare Fassung | ist selbst die lineare Fassung | nein |
Im HTML-Export trägt jede Formel ihre board-Eingabe zusätzlich mit sich: als Attribut am Formelelement und als zwei Annotationen im MathML (eine board-eigene und eine als reiner Text). Wer das MathML nicht auswerten kann, kommt so trotzdem an die ursprüngliche Schreibweise.
Grenze des PDF-Exports: Das PDF entsteht, indem dasselbe Export-HTML in einem Browser gedruckt wird. Beim Druck bleibt vom MathML nur das gedruckte Schriftbild übrig – die Formelstruktur, die Annotationen und die Sprachauszeichnung gehen verloren, und es entstehen keine PDF-Tags. Was ein Screenreader aus einem solchen PDF vorliest, hängt allein davon ab, welche Textfragmente die Druckausgabe hinterlässt; eine verlässliche Formelnavigation oder mathematische Brailleausgabe ist daraus nicht zu erwarten. Für eine barrierefreie Weitergabe deshalb HTML nehmen, für die Textservice-Weiterverarbeitung E-Buch.
Eingefügte Formeln aus anderen Programmen: board schreibt Formeln in der eigenen linearen Notation (Abschnitt 8). Wer eine Formel aus Word, einem PDF oder einer Webseite einfügt, bringt dabei oft rohe mathematische Unicode-Zeichen mit – das Zeichen für „Element von", „kleiner gleich", ein Pfeil, ein griechischer Buchstabe oder ein kursives mathematisches Alphabet. board übersetzt diese Zeichen beim Rendern automatisch in die eigene Schreibweise: aus dem Zeichen für „kleiner gleich" wird „<=", aus dem Doppelpfeil „<=>", aus einem kursiven mathematischen a ein gewöhnliches a.
Das ist keine Kosmetik. Ein kursives mathematisches Alphabet im Formelcode führt auf der Braillezeile nicht etwa zu einer notdürftigen Ausgabe, sondern zu gar keiner: die Zeile meldet einen Übersetzungsfehler, und die gesamte Formel ist verloren. Nach der Umschreibung erscheint sie dagegen normal.
Zwei Dinge bleiben dabei bewusst erhalten:
Ein Stilunterschied, den board nicht ausdrücken kann, geht bei der Umschreibung verloren: ein fettes A aus einer anderen Anwendung (oft für Vektoren oder Matrizen verwendet) wird zu einem gewöhnlichen A. Für Vektoren gibt es in board die eigene Schreibweise „vec(a)".
Wenn eine Formel trotzdem nicht gerendert wird: Zeichen ohne board-Entsprechung werden nicht stillschweigend verschluckt, sondern sichtbar abgelehnt. An der Stelle der Formel steht dann eine Fehlermeldung, die das beanstandete Zeichen benennt und seine Unicode-Nummer in der Form U+XXXX mitnennt – so lässt es sich auch dann bestimmen, wenn Schrift oder Braillezeile es nicht darstellen können.
Nicht jedes Unicode-Sonderzeichen (Pfeile, geometrische Symbole, griechische Buchstaben mitten im Fließtext) wird auf einer Braillezeile zuverlässig dargestellt. Ob und wie ein Zeichen erscheint, hängt vom Screenreader und der eingestellten Brailleübersetzung ab – 6-Punkt- und 8-Punkt-Braille unterscheiden sich dabei zum Teil deutlich. Ein nicht abgedecktes Zeichen zeigt manche Braillezeilen dann nur als unlesbare Ersatzdarstellung an (z. B. eine Zahlenfolge statt des Zeichens).
Deshalb gilt: Bedeutungstragende Information sollte nie ausschließlich über ein ungewöhnliches grafisches Sonderzeichen vermittelt werden. Bei nichtmathematischen Pfeilen, Aufzählungszeichen und ähnlichen Symbolen im Fließtext ist im Zweifel Klartext bzw. echte Dokumentstruktur (Liste, Überschrift) vorzuziehen – so verarbeitet auch der Dokumentkonverter eingescannte Vorlagen. Echte mathematische und fachsprachliche Symbole sind davon ausgenommen: Sie brauchen eine fachgerechte barrierefreie Notation (Abschnitt 8) und werden weder pauschal ausgeschrieben noch entfernt.
Standardmäßig zeigt die Braillezeile Formeln in einem eigenen Braille-Code (Nemeth, UEB, …), der von der board-Eingabe abweicht – zwei Schreibweisen für dieselbe Formel sind unpraktisch.
Schritt 1 – besten eingebauten Code wählen: NVDA-Menü → Einstellungen → MathCAT-Einstellungen → Braille → Ausgabe-Code auf ASCIIMath stellen. board-Eingabesyntax ist selbst AsciiMath-artig (sqrt(x), sin(x), x^2, …), daher liegt dieser Code am nächsten an dem, was du tatsächlich eintippst.
Schritt 2 – noch näher heranrücken (optional): Ein angepasstes Regel-Paket lässt die verbleibenden Unterschiede verschwinden – u. a. binom(n;k) statt einem irreführenden Bruch, vec(1;2;3) und mat((a;b)(c;d)) statt Klammerlisten, floor(x)/ceil(x)/bar(AB) statt Zeichen-Kombinationen, powset(P), "and"/"or" statt Symbolen.
Herunterladen: nvda-board-braille.zip
Installation (Administratorrechte nötig, betrifft nur den ASCIIMath-Code von NVDA/MathCAT auf diesem PC):
Ein eigener, separat wählbarer Braille-Code namens "board" ist technisch nicht möglich – die verfügbaren Codes sind fest in NVDAs MathCAT-Software einprogrammiert. Das Paket überschreibt daher den vorhandenen Code "ASCIIMath" direkt; die Beschriftung im Menü bleibt "ASCIIMath", der Inhalt wird aber an board angeglichen.
Bekannte Restabweichungen: angle(BAC) zeigt noch das Winkel-Symbol statt den Funktionsnamen; set(...) trennt Elemente noch mit Komma statt Semikolon; bei der erweiterten Matrix erscheint der Trennstrich als Semikolon statt "::".
| Symptom | Ursache und Abhilfe |
|---|---|
| Formeln werden gar nicht vorgelesen | Microsoft Edge mit NVDA → Chrome verwenden |
| Formeln klingen englisch | NVDA-Einstellungen → Mathe → Sprache auf Deutsch |
| H, B, D bewirken nichts | Du bist im Schreibmodus → NVDA + Leertaste bzw. JAWS + Z |
| Eingabe lässt sich nicht Zeile für Zeile lesen | Bereich „Eingabe-Vorschau für Screenreader" nutzen (Abschnitt 6) |
| Alt + I springt nicht zur Überschrift | Die 15 Sekunden sind abgelaufen, oder es wurde kein Enter auf der Überschrift gedrückt |
| Eingabe nimmt keine Zeichen an | Schreibrecht fehlt – die Statuszeile sagt „schreibgeschützt" |
| Menüpunkt Syntax, Markdown oder Qalculate lädt nicht | Diese drei laden ihren Text in die Eingabe und verlangen deshalb, dass die Eingabe leer ist |
| Braillezeile zeigt eine andere Schreibweise als die Eingabe | Braille-Ausgabe-Code in NVDA/MathCAT auf ASCIIMath stellen, siehe Abschnitt 13 |
Erreichbar über NVDA-Menü → Einstellungen → Einstellungen… → Kategorie „Mathematik". Die Abschnitte 1 und 13 dieser Referenz greifen nur die für board wichtigsten Punkte heraus (Sprache, Braille-Ausgabecode) – hier die vollständige Übersicht aller dort verfügbaren Einstellungen.
| Bereich | Einstellung | Kurzerklärung |
|---|---|---|
| Sprache | Beeinträchtigung | Blindheit, Sehbehinderung oder Lernbehinderung – wie stark mehrdeutige Notationen aufgelöst werden |
| Sprache | Sprache | Sprachcode für die Sprechregeln (z. B. de, en) |
| Sprache | Sprechstil | ClearSpeak oder SimpleSpeak |
| Sprache | Sprachausführlichkeit | Knapp / Medium / Ausführlich – wie viele Zusatzwörter gesprochen werden |
| Sprache | Relative Sprechgeschwindigkeit | 1–100 %, Geschwindigkeit relativ zur normalen Textgeschwindigkeit |
| Sprache | Pausenfaktor | 0–100, Länge der Sprechpausen in Formeln |
| Sprache | Signalton am Anfang/Ende von Mathematik | Piepton beim Betreten/Verlassen eines Mathe-Ausdrucks |
| Sprache | Chemische Formeln | Buchstabiert, als Verbindungsname oder unverändert vorgelesen |
| Sprache | Beim Betreten einer Gleichung | Was beim Wechsel in eine Formel vorgelesen wird |
| Navigation | Format beim Kopieren | MathML, LaTeX, ASCIIMath oder Sprache – Format beim Kopieren des aktuellen Knotens |
| Navigation | Standard-Navigationsmodus | Enhanced, Simple oder Character |
| Navigation | Reset bei neuer Gleichung | Navigationsmodus bei jeder neuen Formel zurücksetzen (an/aus) |
| Navigation | Auto-Zoom aus 2D-Notation | Automatisches Verlassen von Brüchen/Exponenten am Rand |
| Navigation | Navigationsausführlichkeit | Knapp / Medium / Ausführlich – wie viel bei Navigationsbefehlen gesagt wird |
| Braille | Ausgabecode | Braille-Mathe-Code, z. B. Nemeth, UEB, Vietnam |
| Braille | Fokus mit Punkten 7/8 hervorheben | Markiert den fokussierten Navigationsknoten in Braille |
| Anwendungen | Native Mathe-Unterstützung in Word/Outlook | Nutzt Words eigene Math-Zugänglichkeit statt MathCAT |
Eine allgemeine Windows-11-Funktion, keine board-Eigenheit – praktisch, sobald mehrere zuletzt kopierte Inhalte gebraucht werden statt nur des letzten, etwa um sie nacheinander an verschiedenen Stellen wieder einzufügen.
| Schritt | Tastenkombination |
|---|---|
| Verlauf einmalig aktivieren (falls noch aus) | Windows-Einstellungen → System → Zwischenablage → „Zwischenablageverlauf" |
| Mehrere Inhalte sammeln | nacheinander Strg + C |
| Verlauf öffnen | Windows + V |
| Zwischen Einträgen wechseln | Pfeil hoch / runter, teils auch Tab / Umschalt + Tab |
| Markierten Eintrag einfügen | Enter – landet an der aktuellen Cursorposition |
| Verlauf schließen, ohne einzufügen | Esc |
NVDA sagt beim Öffnen mit Windows + V den aktuellen Eintrag an. Bleibt die Ansage der einzelnen Einträge schlecht oder ganz aus, frag gezielt nach einer NVDA-optimierten Alternative – etwa einem Add-on oder einem kleinen Skript zum direkten Umschalten zwischen den letzten kopierten Texten.