Kurzreferenz für die tägliche Arbeit. Für Screenreader ist das Leitsystem NVDA; wo JAWS abweicht, steht es in einer eigenen Spalte oder als Hinweis dabei. Tipps zu Farbumkehr, Kontrast und Vergrößerung stehen in Abschnitt 17. Ausführliche Erklärungen stehen in der Benutzungsanleitung.
| Punkt | Empfehlung |
|---|---|
| Browser mit NVDA | Google Chrome. In Microsoft Edge bleiben Formeln stumm – ein bekanntes Problem zwischen Edge und NVDA, das board nicht beheben kann. |
| Browser mit JAWS | Firefox oder Chrome. |
| Formeln erkunden mit NVDA | Für das schrittweise Navigieren in Formeln (Abschnitt 8) wird die NVDA-Erweiterung MathCAT benötigt. Ohne sie werden Formeln zwar vorgelesen, lassen sich aber nicht Ebene für Ebene durchgehen. |
| Formelsprache NVDA | NVDA-Menü → Einstellungen → Mathe → Sprache auf Deutsch stellen, sonst werden Formeln englisch vorgelesen. |
| Mathe-Braille | Ebenfalls unter NVDA-Einstellungen → Mathe wählbar. |
Für Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch braucht jede Sprache eine installierte Stimme und einen eingeschalteten Sprachwechsel. board kennzeichnet nur die Sprache der ganzen Seite (Oberflächensprache) beziehungsweise des Exports (Inhaltssprache des Boards), einzelne fremdsprachige Textstellen nicht. Die Sprachausgabe von Formeln folgt der Einstellung deines Screenreaders (zum Beispiel NVDA mit MathCAT), nicht der Inhaltssprache des Boards.
| NVDA | JAWS | |
|---|---|---|
| Stimmen | Windows-OneCore-Stimmen (Standard): Windows-Einstellungen → Spracheinstellungen → Stimmen verwalten → Stimmen hinzufügen, danach NVDA neu starten | Vocalizer Expressive: Einfügen+J → Alt+O → Stimmen → Stimmen hinzufügen/entfernen |
| Sprachwechsel | NVDA-Menü → Optionen → Einstellungen… → Sprache (NVDA+Strg+V): „Sprache automatisch wechseln“, standardmäßig an | Einfügen+F2 → Einstellungsverwaltung → Textverarbeitung → Sprachenverarbeitung → Sprache erkennen |
| Erkennung | nur nach Sprachkennzeichnung | Markierung (Standard), Text (nur Vocalizer), KI-Vorhersagen |
Empfehlung: NVDA mit OneCore-Stimmen für alle fünf Sprachen. JAWS mit Vocalizer-Stimmen für alle fünf und „Basierend auf KI-Vorhersagen“, weil board Textstellen nicht kennzeichnet.
Grenzen: Ohne Kennzeichnung liest NVDA alles mit der Stimme der Seitensprache; JAWS schätzt aus dem Text und kann sich irren. Fehlt die Stimme einer Sprache, wird nicht umgeschaltet. Formeln folgen dieser Einstellung nicht, ihre Sprache bestimmt allein die Mathe-Sprache von NVDA (Zeile „Formelsprache NVDA“).
Quellen: NVDA-Handbuch, Microsoft: Sprachen und Stimmen, W3C: Sprache von Teilen.
Fast alle Stolpersteine haben dieselbe Ursache: der falsche Modus. NVDA und JAWS nennen ihre beiden Modi unterschiedlich; diese Referenz nutzt dafür durchgehend die Kurzform Lesemodus und Schreibmodus – die Tabelle zeigt, wie die jeweils dazugehören.
| NVDA | JAWS | |
|---|---|---|
| Lesemodus heißt hier | Lesemodus | Virtueller Cursor |
| Schreibmodus heißt hier | Interaktionsmodus (in älteren NVDA-Versionen: Fokusmodus) | Formularmodus |
| Umschalten | NVDA + Leertaste | JAWS + Z |
Praxisbeispiel – vom Tippen zur Schaltfläche und zurück:
| Ziel | NVDA | JAWS |
|---|---|---|
| Nächste Überschrift | H | H |
| Nächster Bereich (Landmark) | D | R |
| Nächste Schaltfläche | B | B |
| Nächster Link | K | U (noch nicht besucht) bzw. V (besucht) |
| Nächstes Eingabefeld (Textfeld) | E | E |
| Nächstes Formularfeld (beliebiger Art) | F | F |
| Nächste Liste | L | L |
| Nächste Tabelle | T | T |
| Vorherige Tabelle | Umschalt + T | Umschalt + T |
| Elementliste (alles auf einen Blick) | NVDA + F7 | Einfg + F3 |
Mit Umschalt davor geht es jeweils rückwärts zum vorherigen Element dieser Art.
Zwei Stellen, an denen sich die beiden Screenreader unterscheiden:
Bist du mit T in einer Tabelle gelandet, bewegst du dich mit Strg + Alt + Pfeiltasten darin. Beim Wechsel liest der Screenreader normalerweise die zugehörige Zeilen- bzw. Spaltenüberschrift mit vor.
| Ziel | NVDA | JAWS |
|---|---|---|
| Eine Zelle nach rechts | Strg + Alt + Pfeil rechts | Strg + Alt + Pfeil rechts |
| Eine Zelle nach links | Strg + Alt + Pfeil links | Strg + Alt + Pfeil links |
| Eine Zeile nach unten | Strg + Alt + Pfeil runter | Strg + Alt + Pfeil runter |
| Eine Zeile nach oben | Strg + Alt + Pfeil hoch | Strg + Alt + Pfeil hoch |
| Erste Spalte der Zeile | Strg + Alt + Pos1 | Strg + Alt + Pos1 |
| Letzte Spalte der Zeile | Strg + Alt + Ende | Strg + Alt + Ende |
| Erste Zeile der Spalte | Strg + Alt + Bild auf | Strg + Alt + Bild auf |
| Letzte Zeile der Spalte | Strg + Alt + Bild ab | Strg + Alt + Bild ab |
Das funktioniert nur, wenn der Screenreader den Inhalt als echte Tabelle erkennt – die Tabellen in dieser Referenz und in der Benutzungsanleitung erfüllen das.
Strg + Alt + Pfeiltasten gilt auf Webseiten und funktioniert auch in Word. Es braucht dort aber mehrere Tasten gleichzeitig und damit oft beide Hände. Für Tabellen in Word, etwa in der Klausur, gibt es bei beiden Screenreadern eine Tabellenebene: Ist sie eingeschaltet, wechseln einzelne Pfeiltasten zwischen den Zellen. Geprüft ist das mit Word (Office LTSC 2024), JAWS 2025 und NVDA 2026.3 mit der Erweiterung Easy Table Navigator 2.7.1.
| NVDA | JAWS | |
|---|---|---|
| Einmalig einrichten | Erweiterung Easy Table Navigator aus dem NVDA-Store installieren; unter Einstellungen → Tastenzuordnungen im Eintrag Einfacher Tabellen-Navigator dem Befehl „Schaltet die Navigationsbefehle für die Tabellen ein oder aus" eine Tastenkombination zuweisen, zum Beispiel NVDA + Strg + T | nichts, die Tabellenebene ist eingebaut |
| Tabellenebene einschalten | die zugewiesene Kombination | JAWS + Leertaste, beide Tasten loslassen, dann T |
| Zwischen Zellen wechseln | einzelne Pfeiltasten | einzelne Pfeiltasten |
| Tabellenebene ausschalten, zum Beispiel zum Schreiben | dieselbe Kombination noch einmal | Esc |
Eine Schritt-für-Schritt-Übung mit Übungstabelle steht im Material zur Einführung (Blätter „Tabellen in Word einrichten" und „Tabellen in Word bedienen").
Die Sprungmarken sind die ersten Tab-Stopps der Seite – der schnellste Einstieg:
Zur Fachauswahl (Schüler:innen) · Zur Eingabe · Zur Vorschau · Zur Boardauswahl (Lehrkraft) · Zur Teilnehmerliste (Lehrkraft) · Zur Boardliste
Die wichtigsten Bereiche, alle mit D bzw. R erreichbar:
| Bereich | Inhalt |
|---|---|
| Fach und Werkzeuge | die Leiste über Eingabe und Vorschau (bei der Lehrkraft „Werkzeuge"): Fach (bei der Lehrkraft Board und Ordner), Umschalter Persönlich / Gemeinsam, bei der Lehrkraft Verbunden und Fokus, Aktionen, Schriftgröße |
| Eingabe | das Textfeld, in das du schreibst |
| Eingabe-Vorschau für Screenreader | derselbe Text, aber zeilenweise lesbar (siehe Abschnitt 6) |
| Vorschau | das gerenderte Ergebnis mit Überschriften und Formeln |
Über Eingabe und Vorschau liegt die Leiste (Region „Fach und Werkzeuge", bei der Lehrkraft „Werkzeuge"; mit D oder R erreichbar). Die Tab-Reihenfolge entspricht der Reihenfolge auf dem Bildschirm: Fach, Fächer…, Persönlich, Gemeinsam, Aktionen, A−, A+, Gleichlauf – danach folgt die Eingabe. Die Sprungmarke „Zur Fachauswahl" oder Alt + I spart dir diese Tab-Stopps.
Die Leiste der Lehrkraft (Region „Werkzeuge") hat diese Tab-Reihenfolge: Board, Persönlich, Gemeinsam, Verbunden, Fokus, Schüler:innen…, Aktionen, A−, A+, Gleichlauf – danach folgt die Eingabe. Verbunden und Fokus gibt es nur, solange ein gemeinsames Board verbunden ist. Das Menü Board endet nach einem Trenner mit dem Eintrag Boards und Ordner verwalten…; er zählt nicht in „x von y" und öffnet den Dialog. Die Sprungmarke „Zur Boardauswahl" springt zum Knopf Board, „Zur Teilnehmerliste" zum Knopf Verbunden.
| Kürzel | Wirkung |
|---|---|
| Alt + I | in die Eingabe springen (siehe Abschnitt 7) |
| Alt + O | in die Vorschau springen |
| Alt + Umschalt + B | aktuelle Zeile berechnen, Ergebnis wird darunter eingefügt |
| Strg + Umschalt + B | alles neu berechnen (Sicherheitsabfrage: „Abbrechen" / „Neu berechnen") |
| Alt + Umschalt + H | Hilfe anfordern (KI-Tipp) |
| Alt + Umschalt + W | zwischen persönlichem und gemeinsamem Board wechseln |
| Alt + Umschalt + F | Formel bearbeiten öffnen (siehe Abschnitt 8) |
| Alt + Umschalt + A | Ausgabe in eigenem Tab öffnen – reine HTML-Seite mit echten Überschriften und MathML, ideal zum Durchblättern mit Schnellnavigationstasten |
| Strg + Leertaste (innerhalb einer Formel) | Vorschlagsliste für Board-/LaTeX-Schreibweisen öffnen (siehe Abschnitt 8) |
| Esc | offenen Dialog schließen |
Ein Textfeld ist im Lesemodus ein einziger Block – Zeile für Zeile lesen geht dort nicht.
Deshalb gibt es direkt hinter der Eingabe den Bereich „Eingabe-Vorschau für Screenreader". Er ist unsichtbar, aber für Screenreader und Braillezeile voll da: jede Quelltextzeile steht als eigener Absatz.
So kommst du hin: Lesemodus einschalten, dann mit D (JAWS: R) bis zum Bereich „Eingabe-Vorschau für Screenreader" – dort mit den Pfeiltasten Zeile für Zeile lesen.
Zum Schreiben dagegen bleibst du im Textfeld selbst. Dort arbeitest du im Schreibmodus ganz normal mit den Pfeiltasten; die Braillezeile zeigt die aktuelle Zeile an.
Der wichtigste Handgriff beim Überarbeiten längerer Dokumente:
Das Sprungziel gilt 15 Sekunden. Danach springt Alt + I wieder nur allgemein in die Eingabe, ohne die Zeile zu wechseln.
Formeln stehen in der Vorschau als MathML, nicht als Bild. Jede Formel ist anfokussierbar und wird strukturiert vorgelesen – also „Bruch, Zähler a plus b, Nenner c plus d" statt einer Zeichenkette.
| Schritt | NVDA (mit MathCAT) | JAWS |
|---|---|---|
| Formel öffnen | Enter auf der Formel | Enter auf der Formel (öffnet den MathViewer) |
| gleiche Ebene | Pfeil links / rechts | Pfeil links / rechts |
| eine Ebene hinein | Pfeil runter | Pfeil runter |
| eine Ebene heraus | Pfeil hoch | Pfeil hoch |
| schließen | Esc | Esc |
Braille-Fallback: Liefert die Mathe-Brailleausgabe einmal nicht das, was du brauchst, lies die Formel in der Eingabe – dort steht sie in der linearen board-Schreibweise, also als durchgehender Text, den die Braillezeile ohne Umweg darstellt. Der schnellste Weg dorthin ist Alt + I, zum zeilenweisen Lesen der Bereich aus Abschnitt 6.
Formel bearbeiten: Alt + Umschalt + F (oder die Schaltfläche „Formel" unter der Eingabe) öffnet ein kleines Arbeitsfenster – Formel-Eingabefeld und Live-Vorschau nebeneinander, darunter drei Schaltflächen (Schritt speichern, Übernehmen, Abbrechen). Tab wechselt der Reihe nach durch Eingabefeld, Vorschau und die drei Schaltflächen. Steht der Cursor gerade in einer bestehenden Formel oder in einer Zeile innerhalb eines Rechenblocks, wird deren Inhalt zum Bearbeiten vorausgefüllt. Strg + Enter (bzw. „Übernehmen") übernimmt die Formel an der Cursorposition und schließt das Fenster. Einfaches Enter übernimmt hier bewusst nicht – so bleibt eine fokussierte Formel in der Vorschau weiterhin mit Enter begehbar (siehe Tabelle oben), auch innerhalb dieses Fensters. Esc schließt nur, wenn das Eingabefeld fokussiert ist – auf der Vorschau bleibt Esc bewusst MathCAT überlassen (verlässt dort nur dessen Struktur-Navigation), damit ein Esc-Doppeldruck aus Gewohnheit nicht versehentlich die gerade komponierte Formel verwirft. Zum Schließen von der Vorschau aus erst mit Tab zurück ins Eingabefeld.
Vorschlagsliste: Strg + Leertaste öffnet eine Liste mit passenden Board- und LaTeX-Schreibweisen zum gerade getippten Wortanfang – ausschließlich auf diesen Tastendruck hin, kein automatisches Öffnen beim Tippen (würde den Screenreader sonst ständig unterbrechen). Pfeil hoch/runter bewegt die Auswahl, Enter oder Tab übernimmt den markierten Vorschlag als board-Syntax, Esc schließt nur die Liste (das Formel-Fenster bleibt offen). Eine Statuszeile sagt an, wie viele Vorschläge gefunden wurden. Dieselbe Vorschlagsliste steht auch in der Haupteingabe zur Verfügung, dort aber nur innerhalb einer bereits bestehenden Formel – außerhalb sagt eine Statuszeile „Vervollständigung nur innerhalb von Formeln verfügbar".
Schrittweise Termumformung: Shift + Strg + Enter (bzw. die Schaltfläche „Schritt speichern") legt den aktuellen Formelinhalt als Zeile in einem zusammenhängenden Rechenblock ab, ohne das Fenster zu schließen. Das Eingabefeld wird dabei nicht geleert – die zuletzt gespeicherte Zeile lässt sich direkt zum nächsten Rechenschritt weiterbearbeiten, statt sie neu zu tippen. Erst der letzte Schritt wird mit Strg + Enter („Übernehmen") abgeschlossen.
Minimalbeispiel – Ableitung von f(x) = (x²+3)/(x+2) per Quotientenregel:
Im Dokument steht danach ein einzelner zusammenhängender Rechenblock mit allen vier Zeilen hintereinander.
Weitere Kürzel im Formelfenster: Alt + I springt direkt ins Eingabefeld, Alt + O direkt in die Vorschau, Alt + P kopiert den aktuellen Formeltext in die Zwischenablage. Strg + I (bzw. das „×" neben dem Eingabefeld) leert nur das Eingabefeld, ohne das Fenster zu schließen.
Achtung, Hörfalle: Die Math-Sprache deines Screenreaders (NVDA mit MathCAT) muss zum Zahlenformat des Boards passen. NVDA liest Zahlen in der Vorschau nach seiner eigenen Math-Sprache, nicht nach dem Zahlenformat des Boards. Passt beides nicht zusammen, wird das Dezimalzeichen des Boards als Tausendertrenner gelesen und verschwindet: 3,4 klingt dann wie 34.
Einstellung: NVDA-Menü → Optionen → Einstellungen… → Kategorie „Mathe“ → Sprache. Deutsch für ein Board mit Dezimalkomma, Englisch für ein Board mit Dezimalpunkt. Das Zahlenformat des Boards steht im Menü unter „Zahlenformat…“.
Gemessen mit NVDA 2026.3, Stimme Windows OneCore Katja, MathCAT, Sprechstil ClearSpeak, im Browser Chrome. Die Spalte „Englisch“ gilt für die Math-Sprache Englisch (en-GB).
| Zahlenformat des Boards | Eingabe | Math-Sprache Deutsch | Math-Sprache Englisch |
|---|---|---|---|
| Dezimalpunkt | 3.4 | „34“ | „3.4“ |
| Dezimalpunkt | 12345.6 | „123456“ | „12345.6“ |
| Dezimalkomma | 3,4 | „3,4“ | „34“ |
| Dezimalkomma | 12345,6 | „12345,6“ | „123456“ |
| Dezimalkomma | f(1,5) | „f von 1,5“ | „f of 15“ |
| Dezimalpunkt | 3,4 und f(1,5) | „3 komma 4“, „f von klammer auf 1 komma 5 klammer zu“ | „3 comma 4“, „f of open bracket 1 comma 5 close bracket“ |
Die letzte Zeile zeigt den umgekehrten Fall: Steht ein Komma in einem Dezimalpunkt-Board, ist es ein Trenner und wird als „komma“ gelesen.
Was die Messung nicht abdeckt:
Ist der Punkt-Modus im Board eingestellt und steht in einer Formel ein Komma zwischen Ziffern in Klammern, zum Beispiel f(1,5), erscheint hinter der Formel ein Hinweis, dass das Komma als Trenner gelesen wurde.
| Was | Verhalten |
|---|---|
| Statuszeile | höflich angesagt – Verbindung hergestellt, Export fertig, Zeile berechnet, Anzahl der Formeln |
| Fehler und Hinweise | sofort angesagt, auch mitten im Lesen; die Texte stehen unsichtbar im Dokument und sind nicht nachlesbar – also beim ersten Hören mitnehmen |
Als Schüler:in: Ohne Schreibrecht ist die Eingabe schreibgeschützt, die Statuszeile sagt dann „schreibgeschützt". Erteilt oder entzieht die Lehrkraft das Recht, setzt board den Fokus im Eingabefeld kurz neu – die Cursorposition bleibt erhalten. Das ist Absicht: nur so bekommen JAWS und NVDA den Wechsel zwischen schreibgeschützt und beschreibbar mit. Hängt der Screenreader trotzdem im falschen Modus, hilft NVDA + Leertaste bzw. JAWS + Z.
Als Lehrkraft:
Mitlesen während die Lehrkraft schreibt: Wer mit Alt + I in der Eingabe steht, während die Lehrkraft (oder ein:e Mitschüler:in mit Schreibrecht) tippt, bekommt die Änderungen laufend, aber lautlos in den Text nachgezogen – gebündelt spätestens nach drei Sekunden. Der eigene Cursor wandert dabei nicht mit, es wird nichts vorgelesen; mit den Pfeiltasten liest man den aktuellen Stand jederzeit selbst.
Die Schaltfläche „Fokus" ist ein Umschalter („Kopplung"). Solange sie aktiv ist (wird als „gedrückt" angesagt, Beschriftung „Kopplung aktiv"), werden alle Verbundenen auf die Zeile der letzten Eingabe gezogen – Cursor und Fokus wandern mit, der Screenreader sagt die neue Zeile an. So bleiben alle an derselben Stelle, während die Lehrkraft dazu spricht. Bei jedem Zeilenwechsel der schreibenden Person zieht die Kopplung nach, innerhalb einer Zeile bleibt es still. Hat ein:e Schüler:in Schreibrecht, folgt die Kopplung deren Zeile.
Die Kopplung endet automatisch, sobald die Eingabe den Fokus verliert, mit Esc oder erneutem Druck auf „Fokus". Danach sind alle wieder frei und navigieren eigenständig; der Text läuft weiterhin lautlos mit.
„Barrierefrei" ist keine Eigenschaft, die ein Format als Ganzes hat – die Ebenen unterscheiden sich. Was die vier Exportwege bei Mathematik tatsächlich leisten:
| Ebene | HTML | Word (.docx) | E-Buch (.docx) | |
|---|---|---|---|---|
| Visuell korrekt dargestellt | ja | ja | linear als Quelltext | ja |
| Per Sprache vorlesbar | ja, über MathML | als linearer Quelltext | als linearer Quelltext | nur als Textzeile |
| Strukturell navigierbar (Formel Ebene für Ebene) | ja, mit MathCAT | nein | nein | nein |
| Auf der Braillezeile vollständig | ja, über MathCAT | als linearer Quelltext | als linearer Quelltext | nicht zuverlässig |
| Zusätzliche lineare Fassung eingebettet | ja (siehe unten) | ist selbst die lineare Fassung | ist selbst die lineare Fassung | nur bei abgesetzten Formeln, als Alternativtext |
Im HTML-Export trägt jede Formel ihre board-Eingabe zusätzlich mit sich: als Attribut am Formelelement und als zwei Annotationen im MathML (eine board-eigene und eine als reiner Text). Wer das MathML nicht auswerten kann, kommt so trotzdem an die ursprüngliche Schreibweise.
Grenze des PDF-Exports: Das PDF entsteht, indem dasselbe Export-HTML in einem Browser gedruckt wird. Beim Druck bleibt vom MathML nur das gedruckte Schriftbild übrig – die Formelstruktur, die Annotationen und die Sprachauszeichnung der Formel gehen verloren. Das PDF selbst ist getaggt, mit Dokumentsprache Deutsch, echten Überschriften und Absätzen; für Formeln gibt es aber keine Tags. Abgesetzte Formeln stehen als Abbildung, deren Alternativtext die lineare board-Schreibweise der Formel ist („Formel: …“); Formeln im Fließtext haben keinen Alternativtext. Im Text der Formel stehen Variablen als mathematisch-kursive Sonderzeichen statt als gewöhnliche Buchstaben, größere Zeichen wie Integral, Wurzel und große Klammern teilweise als Privatzeichen ohne feste Bedeutung. Das beobachtete Verhalten stammt aus einer Prüfung im Oktober 2026; ein anderer Browserstand kann anders taggen. Was ein Screenreader aus einem solchen PDF vorliest, hängt allein davon ab, welche Textfragmente die Druckausgabe hinterlässt; eine verlässliche Formelnavigation oder mathematische Brailleausgabe ist daraus nicht zu erwarten. Für eine barrierefreie Weitergabe deshalb HTML nehmen, für die Textservice-Weiterverarbeitung E-Buch.
Eingefügte Formeln aus anderen Programmen: board schreibt Formeln in der eigenen linearen Notation (Abschnitt 8). Wer eine Formel aus Word, einem PDF oder einer Webseite einfügt, bringt dabei oft rohe mathematische Unicode-Zeichen mit – das Zeichen für „Element von", „kleiner gleich", ein Pfeil, ein griechischer Buchstabe oder ein kursives mathematisches Alphabet. board übersetzt diese Zeichen beim Rendern automatisch in die eigene Schreibweise: aus dem Zeichen für „kleiner gleich" wird „<=", aus dem Doppelpfeil „<=>", aus einem kursiven mathematischen a ein gewöhnliches a.
Das ist keine Kosmetik. Ein kursives mathematisches Alphabet im Formelcode führt auf der Braillezeile nicht etwa zu einer notdürftigen Ausgabe, sondern zu gar keiner: die Zeile meldet einen Übersetzungsfehler, und die gesamte Formel ist verloren. Nach der Umschreibung erscheint sie dagegen normal.
Zwei Dinge bleiben dabei bewusst erhalten:
Ein Stilunterschied, den board nicht ausdrücken kann, geht bei der Umschreibung verloren: ein fettes A aus einer anderen Anwendung (oft für Vektoren oder Matrizen verwendet) wird zu einem gewöhnlichen A. Für Vektoren gibt es in board die eigene Schreibweise „vec(a)".
Wenn eine Formel trotzdem nicht gerendert wird: Zeichen ohne board-Entsprechung werden nicht stillschweigend verschluckt, sondern sichtbar abgelehnt. An der Stelle der Formel steht dann eine Fehlermeldung, die das beanstandete Zeichen benennt und seine Unicode-Nummer in der Form U+XXXX mitnennt – so lässt es sich auch dann bestimmen, wenn Schrift oder Braillezeile es nicht darstellen können.
Nicht jedes Unicode-Sonderzeichen (Pfeile, geometrische Symbole, griechische Buchstaben mitten im Fließtext) wird auf einer Braillezeile zuverlässig dargestellt. Ob und wie ein Zeichen erscheint, hängt vom Screenreader und der eingestellten Brailleübersetzung ab – 6-Punkt- und 8-Punkt-Braille unterscheiden sich dabei zum Teil deutlich. Ein nicht abgedecktes Zeichen zeigt manche Braillezeilen dann nur als unlesbare Ersatzdarstellung an (z. B. eine Zahlenfolge statt des Zeichens).
Deshalb gilt: Bedeutungstragende Information sollte nie ausschließlich über ein ungewöhnliches grafisches Sonderzeichen vermittelt werden. Bei nichtmathematischen Pfeilen, Aufzählungszeichen und ähnlichen Symbolen im Fließtext ist im Zweifel Klartext bzw. echte Dokumentstruktur (Liste, Überschrift) vorzuziehen – so verarbeitet auch der Dokumentkonverter eingescannte Vorlagen. Echte mathematische und fachsprachliche Symbole sind davon ausgenommen: Sie brauchen eine fachgerechte barrierefreie Notation (Abschnitt 8) und werden weder pauschal ausgeschrieben noch entfernt.
Standardmäßig zeigt die Braillezeile Formeln in einem eigenen Braille-Code (Nemeth, UEB, …), der von der board-Eingabe abweicht – zwei Schreibweisen für dieselbe Formel sind unpraktisch.
Schritt 1 – besten eingebauten Code wählen: NVDA-Menü → Einstellungen → MathCAT-Einstellungen → Braille → Ausgabe-Code auf ASCIIMath stellen. board-Eingabesyntax ist selbst AsciiMath-artig (sqrt(x), sin(x), x^2, …), daher liegt dieser Code am nächsten an dem, was du tatsächlich eintippst.
Schritt 2 – noch näher heranrücken (optional): Ein angepasstes Regel-Paket lässt die verbleibenden Unterschiede verschwinden – u. a. binom(n;k) statt einem irreführenden Bruch, vec(1;2;3) und mat((a;b)(c;d)) statt Klammerlisten, floor(x)/ceil(x)/bar(AB) statt Zeichen-Kombinationen, powset(P), "and"/"or" statt Symbolen.
Herunterladen: nvda-board-braille.zip
Installation (Administratorrechte nötig, betrifft nur den ASCIIMath-Code von NVDA/MathCAT auf diesem PC):
Ein eigener, separat wählbarer Braille-Code namens "board" ist technisch nicht möglich – die verfügbaren Codes sind fest in NVDAs MathCAT-Software einprogrammiert. Das Paket überschreibt daher den vorhandenen Code "ASCIIMath" direkt; die Beschriftung im Menü bleibt "ASCIIMath", der Inhalt wird aber an board angeglichen.
Stand und Grenzen (Oktober 2026): Das Paket setzt die Beispiele der Syntaxreferenz so um, dass board die Braille-Ausgabe wieder als dieselbe Formel liest – dazu gehören jetzt auch Mengen, Intervalle und Funktionsargumente mit Semikolon, Fallunterscheidung, Betrag, Norm, gemischte Zahl, angle(BAC) und der Trennstrich der erweiterten Matrix als "::". Das gilt für Formeln, die in board geschrieben wurden. Fremdes MathML (zum Beispiel direkt aus Word) kann Sonderzeichen unübersetzt enthalten; ein Ausdruck mit kursiven Sonderzeichen bricht die Umsetzung in NVDA mit der Meldung "Fehler bei der Braille-Umsetzung" ab.
| Symptom | Ursache und Abhilfe |
|---|---|
| Formeln werden gar nicht vorgelesen | Microsoft Edge mit NVDA → Chrome verwenden |
| Formeln klingen englisch | NVDA-Einstellungen → Mathe → Sprache auf Deutsch |
| 3,4 klingt wie 34 (Dezimalzeichen verschwindet) | Math-Sprache passt nicht zum Zahlenformat des Boards: Deutsch für Dezimalkomma, Englisch für Dezimalpunkt, siehe Abschnitt 8 |
| H, B, D bewirken nichts | Du bist im Schreibmodus → NVDA + Leertaste bzw. JAWS + Z |
| Eingabe lässt sich nicht Zeile für Zeile lesen | Bereich „Eingabe-Vorschau für Screenreader" nutzen (Abschnitt 6) |
| Alt + I springt nicht zur Überschrift | Die 15 Sekunden sind abgelaufen, oder es wurde kein Enter auf der Überschrift gedrückt |
| Eingabe nimmt keine Zeichen an | Schreibrecht fehlt – die Statuszeile sagt „schreibgeschützt" |
| Menüpunkt Syntax, Markdown oder Qalculate lädt nicht | Diese drei laden ihren Text in die Eingabe und verlangen deshalb, dass die Eingabe leer ist |
| Braillezeile zeigt eine andere Schreibweise als die Eingabe | Braille-Ausgabe-Code in NVDA/MathCAT auf ASCIIMath stellen, siehe Abschnitt 13 |
Erreichbar über NVDA-Menü → Einstellungen → Einstellungen… → Kategorie „Mathematik". Die Abschnitte 1 und 13 dieser Referenz greifen nur die für board wichtigsten Punkte heraus (Sprache, Braille-Ausgabecode) – hier die vollständige Übersicht aller dort verfügbaren Einstellungen.
| Bereich | Einstellung | Kurzerklärung |
|---|---|---|
| Sprache | Beeinträchtigung | Blindheit, Sehbehinderung oder Lernbehinderung – wie stark mehrdeutige Notationen aufgelöst werden |
| Sprache | Sprache | Sprachcode für die Sprechregeln (z. B. de, en) |
| Sprache | Sprechstil | ClearSpeak oder SimpleSpeak |
| Sprache | Sprachausführlichkeit | Knapp / Medium / Ausführlich – wie viele Zusatzwörter gesprochen werden |
| Sprache | Relative Sprechgeschwindigkeit | 1–100 %, Geschwindigkeit relativ zur normalen Textgeschwindigkeit |
| Sprache | Pausenfaktor | 0–100, Länge der Sprechpausen in Formeln |
| Sprache | Signalton am Anfang/Ende von Mathematik | Piepton beim Betreten/Verlassen eines Mathe-Ausdrucks |
| Sprache | Chemische Formeln | Buchstabiert, als Verbindungsname oder unverändert vorgelesen |
| Sprache | Beim Betreten einer Gleichung | Was beim Wechsel in eine Formel vorgelesen wird |
| Navigation | Format beim Kopieren | MathML, LaTeX, ASCIIMath oder Sprache – Format beim Kopieren des aktuellen Knotens |
| Navigation | Standard-Navigationsmodus | Enhanced, Simple oder Character |
| Navigation | Reset bei neuer Gleichung | Navigationsmodus bei jeder neuen Formel zurücksetzen (an/aus) |
| Navigation | Auto-Zoom aus 2D-Notation | Automatisches Verlassen von Brüchen/Exponenten am Rand |
| Navigation | Navigationsausführlichkeit | Knapp / Medium / Ausführlich – wie viel bei Navigationsbefehlen gesagt wird |
| Braille | Ausgabecode | Braille-Mathe-Code, z. B. Nemeth, UEB, Vietnam |
| Braille | Fokus mit Punkten 7/8 hervorheben | Markiert den fokussierten Navigationsknoten in Braille |
| Anwendungen | Native Mathe-Unterstützung in Word/Outlook | Nutzt Words eigene Math-Zugänglichkeit statt MathCAT |
Eine allgemeine Windows-11-Funktion, keine board-Eigenheit – praktisch, sobald mehrere zuletzt kopierte Inhalte gebraucht werden statt nur des letzten, etwa um sie nacheinander an verschiedenen Stellen wieder einzufügen.
| Schritt | Tastenkombination |
|---|---|
| Verlauf einmalig aktivieren (falls noch aus) | Windows-Einstellungen → System → Zwischenablage → „Zwischenablageverlauf" |
| Mehrere Inhalte sammeln | nacheinander Strg + C |
| Verlauf öffnen | Windows + V |
| Zwischen Einträgen wechseln | Pfeil hoch / runter, teils auch Tab / Umschalt + Tab |
| Markierten Eintrag einfügen | Enter – landet an der aktuellen Cursorposition |
| Verlauf schließen, ohne einzufügen | Esc |
NVDA sagt beim Öffnen mit Windows + V den aktuellen Eintrag an. Bleibt die Ansage der einzelnen Einträge schlecht oder ganz aus, frag gezielt nach einer NVDA-optimierten Alternative – etwa einem Add-on oder einem kleinen Skript zum direkten Umschalten zwischen den letzten kopierten Texten.
Dieser Abschnitt richtet sich an alle, die board sehend mit Seheinschränkung nutzen. board hat bewusst kein eigenes dunkles Design – die Windows-Bordmittel wirken aber vollständig auf board, weil board sich keiner dieser Einstellungen entzieht.
| Schritt | So geht's |
|---|---|
| Einschalten | Windows-Einstellungen → Barrierefreiheit → Farbfilter → „Farbfilter" ein, Filter „Invertiert" (oder „Graustufen invertiert") |
| Per Tastenkombination umschalten | Windows + Strg + C – funktioniert nur, wenn unter Farbfilter zusätzlich „Tastenkombination für Farbfilter" eingeschaltet ist. Das ist ab Werk aus. |
Der Farbfilter kehrt den ganzen Bildschirm um – board, Formeln, Funktionsgraphen und Bilder gleichermaßen. Eine Webseite kann das weder verhindern noch abschwächen.
Bleibt board weiß? Fast immer ist die Tastenkombination nicht freigeschaltet (siehe Tabelle). Den Farbfilter dann einmal über die Einstellungen einschalten und die Tastenkombination dort gleich mit aktivieren.
Der Windows-Schalter „Modus auswählen: Dunkel" (Einstellungen → Personalisierung → Farben) färbt nur Programme und Webseiten um, die ein eigenes dunkles Design mitbringen. board hat keins – deshalb bleibt board damit weiß. Für einen dunklen Hintergrund Farbfilter oder Kontrastdesign verwenden.
| Schritt | So geht's |
|---|---|
| Einschalten | Windows-Einstellungen → Barrierefreiheit → Kontrastdesigns → Design wählen → „Anwenden" |
| Per Tastenkombination umschalten | Linke Alt + Linke Umschalt + Druck |
| Dunkle Designs | „Nachthimmel" und „Wasser" |
| Helles Design | „Wüste" – hat einen weißen Hintergrund, board bleibt damit hell |
Anders als der Farbfilter ersetzt ein Kontrastdesign die Farben von Text, Hintergründen, Rahmen und Schaltflächen durch die Farben des Designs – die Darstellung wird dadurch klarer als bei einer bloßen Umkehrung. Eingebettete Bilder können dabei ihre Originalfarben behalten. In Firefox muss unter Einstellungen → Farben verwalten „Farben der Seite überschreiben" auf „Nur bei Kontrastdesigns" stehen (Voreinstellung).
| Was | So geht's | Wirkung |
|---|---|---|
| Ganze Seite größer | Strg + Plus / Strg + Minus, zurück mit Strg + 0 | Browser-Zoom, vergrößert Eingabe, Vorschau und Bedienelemente |
| Nur die Vorschau größer | Schaltflächen A− / A+ am rechten Ende der Leiste (8 bis 28 pt) | gilt auch für Druck und HTML-/Word-Export, bleibt auf dem Gerät gespeichert |
| Eingabe und Vorschau gemeinsam scrollen | Schalter Gleichlauf rechts neben A+ (Standard aus) | Zustand als gedrückt oder nicht gedrückt, Live-Ansage beim Umschalten; Scrollen verschiebt weder Fokus noch Cursor |
| Bildschirmlupe | Windows + Plus starten, Windows + Esc beenden | vergrößert einen Ausschnitt des Bildschirms |
| Farben nur in der Lupe umkehren | Strg + Alt + I bei laufender Lupe | Umkehrung nur im vergrößerten Bereich |
| Funktionsgraphen | Ausgabeart „Low Vision" auf der Grafik-Seite | kontrastreichere, größere Darstellung mit Schwarzschriftlabels |
| Einstellung | Ort |
|---|---|
| Textcursor-Indikator (farbige Markierung am Schreibcursor) und dickerer Cursor | Windows-Einstellungen → Barrierefreiheit → Textcursor |
| Größerer oder farbiger Mauszeiger | Windows-Einstellungen → Barrierefreiheit → Mauszeiger und Toucheingabe |
Auf der Braillezeile begegnen dir zwei verschiedene Schriftsysteme, die leicht zu verwechseln sind:
| System | Punkte | Wofür | Regelwerk |
|---|---|---|---|
| Mathematikschrift (Marburger System) | 6 | Formeln in Brailleschrift, auf Papier und auf der Braillezeile | BSKDL: Das System der Mathematikschrift in der Deutschen Brailleschrift, 1. Auflage 2015 |
| Computerbraille (Eurobraille) | 8 | Text Zeichen für Zeichen wie am Computer getippt, etwa Dateinamen, Adressen, kurze Beschriftungen | BSKDL: Das System der deutschen Brailleschrift, 2. korrigierte Auflage 2021, Kap. 1.2.5 und 2.11 |
Ein Beispiel für den Unterschied: Die Ziffer 1 ist in der Mathematikschrift ⠼⠁ (Zahlzeichen und a), im Computerbraille ein einziges Zeichen ⠡. Wenn deine Braillezeile Formeln in 8 Punkten zeigt, liest du Computerbraille – dann gelten die Regeln aus dem zweiten Werk, nicht aus der Mathematikschrift.
Beide Regelwerke gibt das Brailleschriftkomitee der deutschsprachigen Länder (BSKDL) frei zum Herunterladen heraus, jeweils in einer Fassung für die Braillezeile:
Im Material liegen beide Werke zusammen mit einer Übersicht auf dem Blatt F050 Nachschlagewerke zur Brailleschrift unter Extrablätter, im Bereich der Formelsammlung (nach Anmeldung erreichbar).
Der Punktschrift-Export liefert unter anderem eine BRL-Datei: ASCII-Punktschrift mit fertigen Zeilen und Seiten, mit Zeilenende CR LF und einem Seitenwechsel (Formfeed) hinter der Fußzeile jeder Seite. Viele Prägedrucker nehmen eine solche Datei unverändert an. Mit Windows allein geht das ohne Brailleprogramm oder Tiger Viewer; nötig ist nur der installierte Druckertreiber. Das Board selbst druckt nicht auf einem Prägedrucker.
Wie der Drucker die Datei liest. Der ViewPlus SpotDot (früher Emprint) arbeitet bei solchen Dateien im Legacy-Modus und folgt den Geräteeinstellungen aus den Druckereigenschaften (Reiter Device Settings, Bereich Legacy Settings): Form Size und Form Length, Top Margin, Left Margin, Extra Line Spacing, Text/Graphics Mode und Braille Table. Diese Einstellungen liegen im Drucker und lassen sich nur ändern, solange er per USB verbunden und eingeschaltet ist; nach jeder Änderung auf Apply klicken.
Weg 1: Datei auf die Druckerfreigabe kopieren.
Den Drucker in Windows freigeben: Einstellungen, Drucker und Scanner, den Drucker wählen, Druckereigenschaften, Reiter Freigabe, Drucker freigeben, einen Freigabenamen ohne Leerzeichen vergeben (zum Beispiel SpotDot).
In der PowerShell oder der Eingabeaufforderung die Datei im Binärmodus kopieren:
cmd /c copy /b "C:\Users\Name\Downloads\datei.brl" \localhost\SpotDot
Die Option /b ist wichtig, damit die Datei Byte für Byte ankommt. Windows meldet das Kopieren, sobald der Auftrag angenommen ist; ob der Treiber die Daten unverändert durchlässt, sieht man erst am Gerät.
Weg 2: Skript mit RAW-Auftrag (für die Systembetreuung). Ein kleines PowerShell-Skript gibt die Datei als RAW-Auftrag über die Druckerwarteschlange aus, ohne Freigabe. Es liegt im Board-Repository unter scripts/braille-drucken (mit Anleitung). Es zeigt mit der Option -List die Drucker an und druckt mit -Printer und -File.
Taktile Grafiken aus der Grafik-Seite. Auch die Grafik-Seite kann für den SpotDot eine fertige Datei liefern: Bei der Ausgabeart „Braille" erzeugt der Eintrag „SpotDot" in der Auswahl „Format" (danach „Exportieren") die Datei board-grafik-spotdot-tiger20-a4.prn. Sie wird genauso wie die BRL-Datei mit Weg 1 oder Weg 2 an den Drucker geschickt, zum Beispiel: cmd /c copy /b "C:\Users\Name\Downloads\board-grafik-spotdot-tiger20-a4.prn" \localhost\SpotDot. Die Seite hat dann nur eine Nadelhöhe; Gitterlinien und Achsen sind eine, Funktionsgraphen zwei Nadeln breit. Der Eintrag „SpotDot" erzeugt bei der Ausgabeart „Low Vision" dagegen die Low-Vision-Grafik mit Braille und allen Linien eine Nadel breit; alles in voller Höhe, nur die Flächenschraffur in halber, die Kurven durch Gestrichelt und Gepunktet unterschieden, dazu Schwarzschrift unter dem Braille, Dateiname board-grafik-spotdot-tiger20-lowvision-a4.prn.
Wenn eine Leerzeile zu viel erscheint. Die BRL-Datei hat an den Seitenübergängen keine Leerzeile: Jede Seite hat genau so viele Zeilen wie eingestellt (Standard 28), die letzte ist die Fußzeile, danach folgt der Formfeed. Erscheint auf dem SpotDot ab der zweiten Seite oben eine zusätzliche Leerzeile, liegt es am Drucker. Prüfen Sie zuerst Top Margin und Extra Line Spacing (beide auf 0) und Form Size (passend zum eingelegten Papier); danach Apply klicken und neu drucken. Ob das in jedem Fall hilft, ist noch nicht bestätigt.
Wenn Umlaute oder das „ß“ falsch geprägt werden. Die BRL-Datei verwendet die deutsche Euro-Braille-6-Zuordnung. Die Braille Table im Drucker muss dazu passen; eine nordamerikanische Tabelle prägt Sonderzeichen anders.
Die Elotype 4E und 5 von Blista-Brailletec ist eine Punktschriftmaschine, die auch als Prägedrucker für Seiten und Grafiken dient. Das Board erzeugt dafür fertige Dateien und sendet selbst nichts.
Datei für Punktschrift erzeugen.
Datei für eine taktile Grafik erzeugen. Auf der Grafik-Seite die Ausgabeart „Braille" wählen, in der Auswahl „Format" den Eintrag „Elotype" wählen und „Exportieren" betätigen. Es entsteht die Datei board-grafik-elotype-a4.prn. Linien erhalten festen Punktabstand nach Länge: durchgezogen etwa 1,6 mm, gepunktet etwa 2,8 mm, bei mehreren Funktionen durchgezogen, gepunktet, kombiniert; die Legende nennt die Arten.
Direkt senden (Chrome und Edge). Schalten Sie einmal unter Einstellungen, Gruppe „Voreinstellung für Exporte", das Kontrollkästchen „Direkt an die Elotype senden anbieten" ein (gilt für diesen Browser). Danach steht hinter der Schaltfläche „Exportieren" die Schaltfläche „An die Elotype senden", auf der Grafik-Seite bei Format „Elotype", auf der Braille-Seite bei Format „BRL". Nach der Aktivierung erscheint eine Rückfrage des Browsers (Tastatur: Eingabe bestätigt, Escape bricht ab). Beim ersten Mal öffnet der Browser ein Auswahlfenster mit einer Liste der seriellen Geräte; mit Pfeiltasten die Elotype wählen und mit „Verbinden" bestätigen. Das Ergebnis steht in der Statuszeile (Live-Region) und wird vorgelesen: nur, dass alle Bytes übergeben wurden; ob die Elotype prägt, hören Sie am Gerät. Die Bedienung des Auswahlfensters mit Bildschirmleser ist noch nicht am Gerät gemessen.
Datei zur Elotype bringen (Windows, über die Eingabeaufforderung).
Elotype einschalten, per USB anschließen, Papier einspannen.
Im Geräte-Manager unter „Anschlüsse (COM und LPT)" die Nummer der Elotype nachsehen, zum Beispiel ELO5 VCP (COM4).
In der Eingabeaufforderung den Anschluss einstellen (Zahl anpassen):
mode COM4 BAUD=9600 PARITY=N DATA=8 STOP=1 OCTS=ON
Eine Seite unverändert senden (Pfad anpassen; /b ist wichtig; ab COM10 \.\COM10 schreiben):
copy /b "C:\Users\Name\Downloads\seite-01.prn" COM4
Die Elotype bestätigt mit einem Ton (eine Tonfolge bei Text, zwei bei Grafik). Gedruckt wird nach „# d" auf der Brailletastatur oder mit F2 an einer USB-Tastatur. Pause mit T9, fortsetzen mit T8.
Mehrere Seiten nacheinander senden, dazwischen das Papier wechseln.
Funktioniert mode nicht, hilft PowerShell (Zahl und Pfad anpassen):
$p = New-Object System.IO.Ports.SerialPort COM4,9600,None,8,One
$p.Handshake = 'RequestToSend'
$p.Open()
$b = [System.IO.File]::ReadAllBytes("C:\Users\Name\Downloads\seite-01.prn")
$p.Write($b, 0, $b.Length)
$p.Close()
Nur Dateien aus dem Elotype-Export des Boards senden, keine PDF-, PNG- oder SVG-Dateien, und Elotype-Dateien nie an den SpotDot oder einen anderen Drucker. Der Windows-Treiber der Elotype stammt vom Hersteller; bei einer Warnung vor einem nicht signierten Treiber bitte die Systembetreuung fragen.
Die anderen Wege in dieser Anleitung bleiben unverändert: BRL-Dateien und SpotDot-PRN-Dateien gehen wie in Abschnitt 19 beschrieben an ihre Drucker.